Abitur! Drei Jungs überreden drei hübsche Mädchen ihrer alten Stufe zu einer Reise. In die entlegenste Wildnis Alaskas. Für einen Sommer der Freiheit.

Sie wandern und jagen, baden und fischen – und durchbrechen die Grenzen der Zivilisation, mit der sie nichts verbindet als ein Funkgerät und das Wasserflugzeug, das sie in vier Wochen abholen soll.

Doch sind die Jugendlichen wirklich so einsam und unbeobachtet, wie sie sich während der ersten, enthemmten Tage fühlen? Die Bedrohung rückt näher. Und sie kommt nicht nur aus den malerischen Wäldern.

 

 

 

 

 

 

Rezensionen

Die Mischung aus Gruppe junger Menschen mit unterschiedlichen Charakteren, der “Wildnis” Alaskas und einer mysteriösen Mordgeschichte, durchsetzt von Naturbeschreibungen und einer Prise Erotik ist genau richtig! Dem Autor gelingt es wie selten bei mir, beim Lesen ein Kopfkino ablaufen zu lassen, bei dem ich mir wie im Kino vorkomme und mich frage, lese ich ein Buch oder habe ich das mal als Film gesehen? (30. Mai 2013)

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Interview zu Wildnis: Band 1

Wie wird die Geschichte erzählt?
Ähnlich einem Reisebericht. Zehn Tage aus der Perspektive eines der Abiturienten, vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Das war eine Herausforderung – ich konnte nicht von einem spannenden Moment zum nächsten springen, nicht die Perspektivfigur von Szene zu Szene wechseln, nicht die Kapitel mit dramatischen Cliff-Hangern beenden. Die Leser schauen immer nur durch die Augen eines der Jungen, von morgens bis abends.

Das Gute daran: Kein Zeitsprung oder Perspektivwechsel reißt aus der Geschichte heraus. Die Leser können sich ganz in jenes Tal in Alaska begeben.

Ist es glaubwürdig, dass junge Menschen so gewalttätig werden?
Nehmen wir das Stanford-Gefängnis-Experiment aus den 70er Jahren: 24 Studienanfänger wurden per Zufall in Wärter und Gefangene aufgeteilt. Nach sechs Tagen musste das Experiment abgebrochen werden, weil die Wärter die Gefangenen misshandelten. Und dabei nahmen die Wärter nur acht Stunden pro Tag an dem Experiment teil, den Rest der Zeit verbrachten sie in ihrem gewöhnlichen Umfeld.

In „Wildnis“ ist die Gruppe nicht zufällig, sondern höchst problematisch zusammengesetzt: ein latent pathologischer Junge mit einem gestörten Verhältnis zu Frauen, ein Junge, der die anderen manipuliert und die Gewalt unterschwellig fördert, ein Mädchen, das bereit ist, fast alles zu akzeptieren, um dazuzugehören – und eine, die ihre Krallen ausfährt und nicht begreift, in welche Gefahr sie sich bringt.

Stellen wir uns vor, dass eine solche Gruppe rund um die Uhr in einer abgeschiedenen Umgebung zusammen ist. Die Außenwelt scheint nicht mehr zu existieren – zumal ihre bisherige Lebenswelt, die Schule, tatsächlich gerade geendet hat. Die Stimmung schaukelt sich auf. Potentiell destruktive Gruppenprozesse verstärken sich: Machtkampf, Ausgrenzung, Sexualisierung. Und plötzlich verhalten sich die jungen Menschen ganz anders, als sie das in ihren behüteten Zivilisationsrollen gewohnt sind.

In 99 Fällen mag die Reise dennoch glimpflich ausgehen, die 100. wird zu einem Thriller.